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Google Merchant Center gesperrt wegen Freizeitdrogen

Cannabis, CBD und Kratom in Google Shopping - was Googles Richtlinie genau erfasst, warum selbst rechtlich zulässige CBD-Produkte in Deutschland abgelehnt werden und welche Schritte Shopify-Händler als Nächstes unternehmen sollten.

Geschätzte Behebungsdauer
Häufig nicht behebbar für diese Kategorie
DSA-Weg
Eligible
Zuletzt geprüft
2026-04-29
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Wer in Deutschland mit Cannabis, CBD oder verwandten Produkten handelt, bewegt sich 2026 in einem doppelten Spannungsfeld: Das nationale Recht liberalisiert schrittweise, während Googles Werberichtlinien global und konservativ bleiben. Das Ergebnis ist eine der schwierigsten Sperren im Google Merchant Center - denn eine Ablehnung hier bedeutet oft nicht, dass Sie das Gesetz verletzt haben, sondern dass Sie in eine Kategorie gefallen sind, die Google weltweit pauschal blockiert. Dieser Leitfaden klärt, was genau die Sperre ausgelöst hat, welche Optionen realistisch sind, und wie Sie Ihren Shopify-Store konform aufstellen.

Was Google unter „Freizeitdrogen” versteht

Die Richtlinie zu gefährlichen Produkten untersagt die Bewerbung von Substanzen, die den Geisteszustand zu Freizeitzwecken verändern oder einen Rauschzustand herbeiführen können - unabhängig vom Rechtsstatus im jeweiligen Land. Googles eigene Formulierung ist eindeutig: Das Verbot gilt „ungeachtet der Rechtmäßigkeit dieser Tätigkeit am Standort des Nutzers.”

Explizit verbotene Produktgruppen:

  • Cannabis-Blüten und -Harze - gleich ob THC-haltig oder als CBD-Blüten deklariert
  • CBD-Öle, -Extrakte und -Kapseln (ob ingestibel oder nicht)
  • Kratom (Mitragyna speciosa) in allen Darreichungsformen - in Deutschland nach dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) ohnehin weitgehend verboten
  • Synthetische Cannabinoide (Delta-8-THC, Delta-10-THC, HHC und ähnliche Verbindungen)
  • Psychedelika und Entheogene, einschließlich Produkte mit „Mikrodosierungs”-Bezug
  • Zubehör, das primär für den Konsum dieser Substanzen vermarktet wird (Bongs, speziell für Cannabis ausgewiesene Verdampfer, Rauchzubehör)

Die entscheidende Unterscheidung, die Google trifft: Hanfsamenöl (kaltgepresst aus Samen, ohne cannabinoiden Extrakt) kann genehmigt werden. Hanfextrakt, CBD-Öl oder Vollspektrum-Extrakt (gewonnen aus Blüten, Stielen oder Blättern) fällt unter die Freizeitdrogen-Richtlinie - unabhängig vom THC-Gehalt.

Warum es im Shopify-Store zu einer Sperre kommt

Die Google & YouTube App in Shopify synchronisiert den gesamten Produktkatalog - Titel, Beschreibungen, Produkttypen, Tags und Metafelder - direkt in den GMC-Feed. Googles automatisierte Systeme werten sowohl die Feed-Daten als auch die Live-Produktseiten aus, die AdsBot crawlt. Typische Auslöser:

Feed-seitige Signale:

  • Produkttitel oder -beschreibungen mit Begriffen wie „CBD”, „Cannabidiol”, „Cannabis”, „THC”, „Kratom”, „psychoaktiv” oder Wirkungsversprechen wie „entspannend” in Kombination mit Cannabinoiden
  • GTIN-Nummern, die Google intern mit bekannten CBD-Produkten assoziiert
  • Produkttyp-Felder, die auf drogennahe Kategorien hinweisen
  • Tags aus Drittanbieter-Apps (SEO-, Bewertungs-, Upsell-Tools), die problematische Begriffe einschleppen

Store-seitige Signale:

  • Produktseiten-Titel (<title>), Meta-Beschreibungen oder Open-Graph-Tags mit verbotenen Begriffen
  • Kollektionsseiten mit expliziten Namen wie „CBD-Shop”, „Cannabis-Wellness” oder „Hanf-Produkte” im Kontext von Wirkstoffen
  • Blog-Artikel, Ratgeber oder FAQ-Seiten, die Ihre Domain im kommerziellen Zusammenhang mit diesen Substanzen verknüpfen
  • Schema.org-Product-Objekte, deren description- oder name-Felder verbotene Begriffe enthalten

Ein häufiger Fall in Shopify-Stores: Der Feed-Titel wurde bereinigt, aber die Produktseite enthält noch eine ausführliche Beschreibung mit CBD-Gehalt, Endocannabinoid-System-Referenzen oder Wirkungsangaben. AdsBot bewertet die Live-Seite - nicht nur die Feed-Daten.

Wie Sie das Problem in Ihrem Shop erkennen

Führen Sie vor jeder Maßnahme eine vollständige Diagnose durch:

  1. Merchant Center → Produkte → Diagnose: Filtern Sie nach dem Status „Abgelehnt”. Notieren Sie den genauen Ablehnungsgrund - meist erscheint „Richtlinienverletzung: Gefährliche Produkte” oder „Verbotene Inhalte”.

  2. Feed-Export prüfen: Unter Merchant Center → Feeds → Ihr Feed → Verarbeitetes Ergebnis können Sie den tatsächlich übermittelten Feed herunterladen. Durchsuchen Sie die Datei nach: cbd, cannabis, cannabidiol, thc, kratom, psycho, hanf (im Wirkstoff-Kontext), bong.

  3. AdsBot-Crawl simulieren: Rufen Sie die Produktseiten der abgelehnten Produkte in einem Inkognito-Browser auf. Prüfen Sie Titel, Beschreibungstext, Meta-Tags, Open-Graph-Daten und strukturierte Daten. Alles, was AdsBot indexiert, sehen Sie so.

  4. Shopify-Tags und Metafelder: Prüfen Sie in Shopify, ob betroffene Produkte Tags wie cbd, cannabis, hanf-extrakt tragen - auch wenn sie aus einer App stammen. Prüfen Sie Custom Data unter Einstellungen → Benutzerdefinierte Daten.

  5. Begleitenden Content prüfen: Blog-Artikel, Ratgeberseiten, Navigationsmenüs und Footer, die Ihre Domain kommerziell mit diesen Substanzen verknüpfen, können eine Sperre aufrechterhalten - auch wenn die Produktseiten selbst bereits bereinigt sind.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Behebung

Ausgangspunkt: Für Cannabis, Kratom und NpSG-klassifizierte Substanzen gibt es in Deutschland keinen Weg, diese Produkte bei Google Shopping zu behalten. Die folgenden Schritte gelten entweder für die vollständige Konto-Sanierung oder für echte Grenzfälle bei topischen CBD-Kosmetika.

  1. Produkte sofort aus dem Google-Kanal ausschließen. Gehen Sie in Shopify zu Apps → Google & YouTube → Produktfreigabe. Deaktivieren Sie den Google-Shopping-Kanal für alle betroffenen Produkte. Alternativ: Setzen Sie auf der Produktseite unter Vertriebskanäle den Google-Haken auf inaktiv. Warten Sie nicht auf den nächsten automatischen Sync.

  2. Feed-Sync manuell auslösen. Merchant Center → Feeds → Ihr Feed → Jetzt abrufen. Dadurch werden die Änderungen sofort propagiert.

  3. Produktseiten bereinigen oder entfernen. Eine weiterhin indexierte Produktseite - auch ohne Navigationslink - kann die Ablehnung aufrechterhalten. Entfernen Sie die Seite oder leiten Sie sie mit einem 301-Redirect auf eine neutrale Seite um. Beantragen Sie anschließend die URL-Entfernung über die Google Search Console → Entfernen.

  4. Kollektionen und Begleitcontent bereinigen. Löschen oder benennen Sie Kollektionen mit explizitem Cannabis/CBD-Bezug um. Entfernen Sie Blog-Artikel, Ratgeber und FAQ-Einträge, die Ihre Domain kommerziell mit verbotenen Substanzen verknüpfen.

  5. Schema.org-Markup prüfen. Testen Sie betroffene URLs mit dem Google-Tool für Rich-Suchergebnisse. Stellen Sie sicher, dass kein Product-Objekt in Titeln, Beschreibungen oder Keywords verbotene Begriffe enthält.

  6. Re-Evaluation beantragen. Nach vollständiger Bereinigung: Merchant Center → Wachstum → Überprüfung anfragen. Benennen Sie präzise, welche Produkte entfernt wurden. Kein allgemeines Entschuldigungsschreiben - konkrete Produktliste und Nachweis der Änderungen.

  7. Wartezeit einplanen. Überprüfungen nach Freizeitdrogen-Ablehnungen dauern typischerweise mehrere Wochen. Erneute Einreichungen vor Ablauf einer angemessenen Frist verlängern die Bearbeitungszeit.

Was Sie in Ihrem Einspruch angeben sollten

Ein Einspruch hat nur dann realistische Erfolgschancen, wenn Sie eindeutig belegen können, dass die abgelehnten Produkte nicht unter die Richtlinie fallen, oder dass Sie alle nötigen Änderungen vollständig umgesetzt haben.

Für topische CBD-Kosmetika (mögliche Grauzone):

  • Vollständige Inhaltsstoffliste; THC-Gehalt gemäß akkreditierter Laboranalyse (< 0,2 % nach Hanfverordnung)
  • Konformitätserklärung nach EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 oder Sicherheitsbewertungsbericht
  • Screenshots der aktuellen Produktseiten: ohne jede gesundheitsbezogene Aussage, ohne Wirkungsversprechen, ohne Endocannabinoid-Referenz
  • Chronologische Liste aller durchgeführten Korrekturen

Was Sie nicht schreiben sollten:

  • Allgemeine Aussagen wie „unser Produkt ist legal in Deutschland” - Google prüft keine nationalen Rechtssysteme im Einzelfall
  • Hinweise auf das Konsumcannabisgesetz (CanG) als Argument - die Richtlinie orientiert sich nicht am deutschen Recht
  • Vage Zusicherungen ohne belegbare Nachweise

Sonderfälle und wann Sie eskalieren sollten

Kontosuspendierung statt Produktablehnung. Eine Produktablehnung betrifft nur die betroffenen SKUs. Eine Kontosuspendierung blockiert alle Shopping-Anzeigen Ihres gesamten Kontos. Wenn Ihr gesamtes Konto gesperrt wurde, kontaktieren Sie den Merchant Center-Support (Hilfe → Support kontaktieren) und legen Sie die vollständige Dokumentation aller entfernten Produkte und ergriffenen Maßnahmen bei.

Hanfsamenöl fälschlicherweise klassifiziert. Wenn Ihr Produkt ein kaltgepresstes Hanfsamenöl ohne cannabinoiden Extrakt ist und fälschlicherweise abgelehnt wurde: Aktualisieren Sie den Titel (z. B. „Kaltgepresstes Hanfsamenöl, 250 ml”), entfernen Sie alle Tags und Beschreibungen mit CBD-Bezug, und legen Sie dem Einspruch eine Laboranalyse bei, die das Fehlen von Cannabinoiden bestätigt. Dieser Fehlertyp ist behebbar.

DSA-Rechtsbehelf. Wenn Sie der Auffassung sind, dass Google bei Ihrer Kontosuspendierung einen Verfahrensfehler begangen hat - unzureichende Begründung, fehlende Abmahnung vor der Sperrung - können Sie nach Digital Services Act (DSA) Art. 17 einen formellen internen Rechtsbehelf einlegen und eine schriftliche, spezifische Begründung einfordern. Das DSA-Verfahren ist kein Weg, eine inhaltlich korrekte Entscheidung zu revidieren; es eignet sich ausschließlich für Verfahrensmängel.

Shoipfy Markets und Multi-Feed-Konfigurationen. Wenn Sie Shopify Markets für internationale Märkte nutzen, beachten Sie: In den USA existiert ein dokumentiertes Genehmigungsprogramm für topische CBD-Produkte - in der EU, einschließlich Deutschland, gibt es dieses Programm nicht. Konfigurieren Sie den Google & YouTube-Kanal so, dass restriktionsbehaftete Produkte aus allen Feeds ausgeschlossen werden, für die keine Genehmigung vorliegt.

Headshop und Rauchzubehör. Allgemeines Tabakzubehör ohne Cannabis-Kontext kann grundsätzlich genehmigt werden. Entfernen Sie jeden Verweis auf Cannabis, CBD oder andere verbotene Substanzen aus Beschreibungen, Titeln, Bildern und Alt-Texten. Wenn Ihr gesamter Store-Kontext (Kollektionsstruktur, Blog, Navigation) primär auf Drogenkonsum ausgerichtet ist, wertet Google auch neutral formulierte Zubehörprodukte im Zweifel restriktiv.

Kein Ausweg durch Umbenennung. Produkte unter geändertem Titel oder alternativer Beschreibung erneut einzureichen, ohne die tatsächliche Kategorie zu verlassen, ist eine Umgehungsstrategie, die Googles Systeme erkennen. Wiederholte Richtlinienverstöße eskalieren von der Produktablehnung zur Kontosuspendierung.

Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

Darf ich CBD-Produkte überhaupt über Google Shopping bewerben?
In der Praxis werden CBD-Produkte von Google Shopping fast ausnahmslos abgelehnt - unabhängig davon, ob sie in Deutschland nach dem Lebensmittelrecht oder als kosmetische Mittel zulässig sind. Google wendet eine globale, konservative Auslegung seiner Freizeitdrogen-Richtlinie an und unterscheidet dabei nicht zwischen nationalen Rechtssystemen. Topische CBD-Produkte ohne gesundheitsbezogene Aussagen können in Einzelfällen genehmigt werden - ein verlässlicher, dokumentierter Genehmigungsweg existiert in der EU jedoch nicht, anders als das US-amerikanische Programm für CBD-Topika.
Was passiert mit meinem gesamten Konto, wenn einzelne Produkte abgelehnt werden?
Einzelne Produktablehnungen eskalieren nicht automatisch zu einer Kontosuspendierung. Werden jedoch viele Produkte aus einer verbotenen Kategorie hochgeladen - oder erkennt Googles automatisches System ein Muster (wiederholt abgelehnte Angebote, schnell hinzugefügte Varianten) - kann dies zu einer Überprüfung des gesamten Kontos führen und in der Folge eine Kontosuspendierung auslösen. Entfernen Sie abgelehnte Produkte daher umgehend aus dem Feed, bevor ein Eskalationsmuster entsteht.
Cannabis ist in Deutschland seit April 2024 teilweise legal - ändert das Googles Richtlinie?
Nein. Google orientiert sich für Google Shopping nicht am deutschen Recht allein, sondern wendet die strengste geltende Rechtslage unter seinen globalen Märkten an. Da der kommerzielle Einzelhandelsverkauf von Cannabis international weitgehend verboten ist, bleibt die Kategorie für Google Shopping weltweit gesperrt. Das deutsche Konsumcannabisgesetz (CanG) erlaubt persönlichen Besitz und begrenzten Eigenanbau - nicht den gewerblichen Verkauf über digitale Werbekanäle. Eine automatische Neuzulassung durch die CanG-Reform wurde von Google nicht signalisiert.
Kann ich gegen eine Ablehnung Einspruch einlegen?
Ja, formal ist ein Einspruch möglich. Handelt es sich eindeutig um ein verbotenes Produkt (z. B. Cannabis-Blüten, Kratom), wird der Einspruch abgelehnt. Bei Grauzonenprodukten wie topischen CBD-Kosmetika oder Hanfsamen für Lebensmittelzwecke ist ein Einspruch sinnvoller: Bereinigen Sie die Produktbeschreibungen, entfernen Sie gesundheitsbezogene Aussagen, und legen Sie Laborberichte sowie Konformitätszertifikate nach EU-Recht bei. Reichen Sie den Einspruch nur einmal vollständig ein - mehrfache Einreichungen verlängern die Bearbeitungszeit.
Welche Hanfprodukte sind bei Google Shopping am ehesten genehmigungsfähig?
Am ehesten genehmigungsfähig sind Hanfsamen als Lebensmittel (ohne psychoaktive Angaben), Hanffaser-Textilien, Hanfproteinpulver als Nahrungsergänzung (ohne CBD-Betonung) sowie rein kosmetische Produkte mit Hanfsamenöl ohne CBD-Hervorhebung. Diese Kategorien fallen nicht unter die Freizeitdrogen-Richtlinie, sofern Titel und Beschreibungen keine Verbindung zu Cannabis, CBD oder berauschenden Wirkungen herstellen.
Was bedeutet die DSA-Pflicht für meine Ablehnung?
Als Very Large Online Platform (VLOP) ist Google seit Februar 2024 nach dem Digital Services Act (DSA, Art. 17) verpflichtet, Händlern eine nachvollziehbare Begründung für Sperren bereitzustellen und einen internen Rechtsbehelf anzubieten. Das DSA-Beschwerdeverfahren eignet sich jedoch nur für echte Verfahrensfehler - zum Beispiel eine Sperre ohne ausreichende Begründung oder ohne vorherige Abmahnung. Es ist kein Instrument, um eine inhaltlich korrekte Ablehnung nach der Freizeitdrogen-Richtlinie zu revidieren.

Quellen & Referenzen

Offizielle zitierte Quellen

  1. Google Merchant Center-Richtlinie: Gefährliche Produkte - Freizeitdrogen https://support.google.com/merchants/answer/6150003
  2. Google Ads: Richtlinie für Gesundheitswesen und Arzneimittel https://support.google.com/adspolicy/answer/176031
  3. Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) - Bundesrecht https://www.gesetze-im-internet.de/npsg/index.html
  4. Betäubungsmittelgesetz (BtMG) - Bundesrecht https://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/index.html
  5. Digital Services Act (DSA) - Verordnung (EU) 2022/2065 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32022R2065

Die Einspruch-Checkliste für diesen Sperrgrund

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